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AIDS

Allgemeines
Was ist AIDS? AIDS steht für „Acquired Immune Deficiency Syndrome”, zu deutsch “erworbenes Immundefektsyndrom”. Man versteht darunter ein Krankheitsbild, bei dem opportunistische Infektionen und Tumore als Folge einer HIV-Infektion auftreten. Da die Ansteckung mit HIV häufig durch ungeschützten Geschlechtsverkehr erfolgt, zählen viele Leute AIDS zu den Geschlechtskrankheiten. Die rote Schleife, ein Symbol für die Solidarität mit HIV-Infizierten und AIDS-Kranken, wurde 1991 von einer New Yorker Künstlergruppe kreiert. Da weder Heilung noch Impfung möglich sind, ist Prävention gegen die Erkrankung unverzichtbar.


Ursachen
AIDS wird durch Infektion mit dem HIV-Virus verursacht. Die Übertragung des Virus erfolgt beim Kontakt mit infizierten Körperflüssigkeiten (Blut, Sperma, Vaginalsekret, Muttermilch, Liquor). Das Virus zerstört Immunzellen, besonders T-Helfer-Zellen, an deren CD4-Oberflächenrezeptoren es angreifen kann. Durch den Rückgang der Immunzellen werden die Entstehung opportunistischer Infektionen und Tumore begünstigt.


Symptome
Die Symptome hängen vom Erkrankungsstadium ab. Nach der Klassifikation des CDC (Center for Desease Control) von 1993 treten im Krankheitsverlauf folgende Stadien auf: Kategorie A entspricht dem asymptomatischen Verlauf einer HIV-Infektion, in Kategorie B treten Erkrankungen oder Symptome auf, die Anzeichen einer Immunschwäche sind, aber nicht zur AIDS-definierenden Klasse C gehören, z.B. Diarrhoe länger als 4 Wochen, Fieber höher als 38,5°C, periphere Neuropathie, Candida-Infektionen oder Herpes zoster in mehreren Dermatomen. In Kategorie C treten AIDS-definierende Erkrankungen auf, wie Kaposi-Sarkom, HIV-Enzephalopathie, Wasting Syndrome (HIV-Kachexie-Syndrom), Candida-Infektion von Speiseröhre oder Lunge oder rezidivierende Pneumonien innerhalb eines Jahres.


Diagnose
Die Definition der AIDS-Erkrankung setzt eine nachgewiesene HIV-Infektion, ein Absinken der CD4-Zellen auf weniger als 200/ml Blut und das Auftreten von Symptomen der Kategorie C der CDC-Klassikfikation voraus. In der Anamnese erfragt der Arzt die Krankheitsgeschichte, zum Nachweis der HIV-Infektion dienen der ELISA- und Western Blot- Test auf Antikörper gegen das HIV-Virus, durch einen Bluttest kann der Arzt die Anzahl der CD4-Zellen im Blut bestimmen. Seit 2006 ist in EU-Staaten ein Schnelltest zugelassen, den man zuhause in 20 Minuten durchführen kann. Dieser AIDS-Test ist allerdings weniger genau als die vom Arzt durchgeführten Tests. Zum Nachweis der opportunistischen AIDS-definierenden Infektionen und Tumore kann der Arzt Blut- und Urinuntersuchungen, EKG, EEG, Röntgen, Ultraschall, Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT) einsetzen.


Behandlung
AIDS wird mit einer Kombination aus mindestens drei verschiedenen antiretroviralen Wirkstoffen behandelt (= HAART = Highly Active Antiretroviral Therapy). Da das HIV-Virus schnell resistente Varianten bildet, werden verschiedene Wirkstoffe eingesetzt. Heilung ist nicht möglich, Ziel der Behandlung ist eine Erhöhung der Lebenserwartung bei gleichzeitiger Verbesserung der Lebensqualität. Folgende Wirkstoffe stehen zur Verfügung: Nukleosid- und Nukleotidanaloga (NRTI), Nichtnukleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NNRTI), HIV-Protease-Inhibitoren (PI) und Fusionsinhibitoren. Zu den NRTI gehören AZT (Azidothymidin oder Zidovudin), Abacavir oder DDI (Didanosin). Diese Medikamente führen zu fehlerhaftem Aufbau der Virus-DNA; da sie aber auch in die Mitochondrien der Körperzellen aufgenommen werden, kommt es zu Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Bauchspeicheldrüsenentzündung oder Nervenschädigungen. Zu den NNRTI gehören Nevapirin, Delavirdin oder Efavirenz. Diese Medikamente binden die reverse Transkriptase, rufen aber ebenfalls Nebenwirkungen wie Allergien oder Leberschäden hervor. Beratung und Hilfe für AIDS-Kranke bieten zahlreiche soziale, gemeinnützige, therapeutische oder kirchliche Institutionen und Gruppen an.

 

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