Thema: Alkoholsucht
Allgemeines
Was ist Alkoholsucht? Unter Alkoholsucht oder Alkoholismus versteht man eine körperliche und psychische Abhängigkeit von der Substanz Ethanol (Alkohol). Es besteht ein starkes Verlangen, Alkohol zu konsumieren. Die Beschaffung und der Konsum des Alkohols werden lebensbestimmend. Bei verringertem Alkoholkonsum treten Entzugserscheinungen auf. Die Toleranz für Alkohol ist erhöht, d.h. um die beabsichtigte euphorisierende Wirkung zu erzielen, sind immer größere Mengen an Alkohol notwendig. Man schätzt, dass es in Deutschland ungefähr zwei Millionen Alkoholiker gibt; 70% davon sind männlich. Beim funktionierenden Alkoholiker bemerkt man die Alkoholsucht von außen häufig nicht. Alkoholsucht kann zu schweren Folgekrankheiten führen, z.B. Leberzirrhose, Pankreatitis, Kardiomyopathie, Gicht oder organischen Hirnschäden.
Ursachen
Bei der Entstehung der Alkoholsucht sind genetische, psychologische und soziale Faktoren sowie die persönliche Lebensgeschichte von Bedeutung. Zwillings- und Adoptionsstudien haben gezeigt, dass nahe Verwandte von Alkoholikern ein höheres Risiko haben, selbst alkoholkrank zu werden. Zu den genetischen Faktoren gehören auch angeborene Unterschiede bezüglich der Alkoholverträglichkeit und der Abbaukapazität der Leber. Die schnell eintretende positive Wirkung des Alkohols verstärkt das Suchtverhalten. Alkohol greift durch Stimulierung bestimmter Rezeptoren in den Gehirnstoffwechsel ein und bewirkt dadurch eine entspannende und angstlösende Reaktion.
Symptome
Am Beginn des Krankheitsverlauf steht eine Vorläuferphase, bei der durch Alkoholkonsum in sozialen Zusammenhängen Erleichterung erlebt wird; die Toleranz für Alkohol erhöht sich. In der symptomatischen Phase kommt es zu ersten Auffälligkeiten in Zusammenhang mit dem Trinken, z.B. Amnesien oder der Zwang, Alkohol zu konsumieren. In der kritischen Phase des Krankheitsverlaufs liegt Kontrollverlust über das Trinkverhalten vor; in der chronischen Phase werden Entzugssymptome durch erneuten Alkoholkonsum bekämpft. Alkoholpsychosen und Delirium tremens können auftreten. Es kommt zu Persönlichkeitsveränderungen, häufig zu Eifersuchtswahn. Soziale Probleme, z.B. am Arbeitsplatz und Folgeerkrankungen des Alkoholismus wie Erkrankungen der Leber, der Bauchspeicheldrüse, des Stoffwechsels, der Muskulatur, des Herz-Kreislauf-Systems oder des Nervensystems führen nicht zu einer Einschränkung des Alkoholkonsums.
Diagnose
Durch Gespräch und körperliche Untersuchung gewinnt der Arzt Einblick in die Lebenssituation des Betroffenen. Alkoholsucht Tests wie der CAGE-Fragebogen erlauben eine einfache Diagnose.Wenn von vier Fragen zwei mit Ja beantwortet werden, deutet dies auf eine Alkoholabhängigkeit hin. (Fragen: Haben Sie sich schon einmal vorgenommen, weniger zu trinken? Ärgern Sie sich über Kommentare anderer über Ihr Trinkverhalten? Haben Sie sich schon mal wegen Ihres Trinkens schuldig gefühlt? Trinken Sie manchmal Alkohol, um morgens wach zu werden?) Durch Bestimmung bestimmter Blutwerte kann der Arzt Alkoholismus diagnostizieren, z.B. sind die Werte für Substanzen, die von der Leber produziert werden (Albumin, Gerinnungsfaktoren etc.) erniedrigt.
Behandlung
Therapieziel ist eine dauerhafte Alkohol-Abstinenz. Die Entgiftung wird meist stationär durchgeführt, damit die möglicherweise lebensbedrohlichen Entzugserscheinungen medikamentös behandelt werden können, z.B. mit Clomethiazol oder Benzodiazepinen, Antidepressiva, Neuroleptika, Antipsychotika und Antiepileptika. In leichten Fällen kann die Entgiftung auch ambulant durchgeführt werden. Nach der Entgiftung setzt eine Langzeittherapie ein; Psychotherapie und kognitive Verhaltenstherapie haben sich als sehr wirkungsvoll bei der Suchttherapie erwiesen. Selbsthilfegruppen, z.B. die Anonymen Alkoholiker, und Beratungsstellen unterstützen Alkoholiker. Auch für Familienangehörige von Alkoholikern gibt es Selbsthilfegruppen, da Alkoholsucht als Familienkrankheit betrachtet wird. Bestimmte Medikamente wie Disulfiram rufen eine Abneigung gegen den Genuss von Alkohol hervor. Da Alkoholiker häufig einen Vitamin-B-Mangel aufweisen, ist Substitution sinnvoll.
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Unsere Empfehlung
Ein Selbsthilfeforum für Alkoholiker erweist sich häufig als nützlich bei der Bekämpfung der Alkoholsucht.
























