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Angina pectoris |
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Allgemeines Unter Angina pectoris versteht man eine Durchblutungsstörung des Herzmuskels; der Sauerstoffmangel führt zu Schmerzen des Herzmuskels und einem Engegefühl des Brustkorbs. Daher wird Angina pectoris auch als Brustenge oder Stenokardie bezeichnet. Angina pectoris gilt als Vorstufe des Herzinfarkts und zählt in Industrienationen zu den häufigsten Erkrankungen. Prinzmetal-Angina ist eine seltene Form der Angina pectoris, bei der krampfartige Anfälle durch vasospastische Verengung der Koronargefäße auftreten. Zu diesen Anfällen kommt es meist nachts in körperlicher Ruhe, während Angina pectoris meist durch körperliche Belastungen ausgelöst wird. Ein weiterer Unterschied besteht in der Schmerzdauer; Angina pectoris-Schmerzen hören nach kurzer Zeit auf, während der Schmerz bei der Prinzmetal-Angina länger andauert. Langanhaltende Schmerzen in der Brust deuten dagegen auf einen Herzinfarkt hin.
Ursachen Angina pectoris wird durch Sauerstoffmangel des Herzmuskels als Folge verschiedener Herz-/Kreislauferkrankungen wie Arteriosklerose, Herzrhythmusstörungen, Herzmuskelentzündung, Hypertonie oder Koronarspamen ausgelöst.
Symptome Zu den Symptomen gehören plötzlich auftretende Schmerzen im Brustkorb, meist hinter dem Brustbein, die in die linke Schulter, den linken Arm mit Hand und in Hals, Unterkiefer und Rücken ausstrahlen können sowie gürtelförmiges Engegefühl um den Brustkorb, Todesangst und Atemnot bis hin zu einem Erstickungsanfall. Einem Angina pectoris Anfall gehen bestimmte Auslöser wie körperliche Anstrengung, schwere Mahlzeiten, Aufregung oder auch Kälte voraus. Man unterscheidet die stabile Angina pectoris, bei der die Schmerzen über Monate hinweg nur bei körperlicher Belastung auftreten und dabei nicht stärker werden von der instabilen Angina pectoris, bei der neue Schmerzen unterschiedlicher Intensität auftreten. Die instabile Form gilt als Vorstufe des Herzinfarkts. Daneben gibt es noch die stumme Angina pectoris, die symptomlos verläuft und meist bei einer Vorsorgeuntersuchung diagnostiziert wird.
Diagnose Nach der Anamnese führt der Arzt Blutdruckmessungen und EKG durch. Bei Angina pectoris sind im EKG typische ST-Hebungen (plateau- und konvexbogig) kurzzeitig erkennbar und schnell wieder verschwunden. Daneben kann der Arzt spezielle Herzuntersuchungen wie Belastungs-EKG, Langzeit-EKG, Herz-Ultraschall, eine Herzkatheteruntersuchung mit Kontrastmittel zum Sichtbarmachen der Herzkranzgefäße oder eine Myokardperfusionsszintigrafie zur Darstellung der Herzdurchblutung durchführen. Eine frühzeitige Diagnose kann gegen die Entstehung einer Herzinsuffizienz vorbeugen.
Behandlung Das Ziel der Therapie besteht im Verhindern weiterer Anfälle. Bei akutem Anigina pectoris Anfall wird ein Nitrospray eingesetzt. Das darin enthaltene Glyzerintrinitrat weitet die Gefäße und senkt den Sauerstoffbedarf. Bei gleichzeitiger Einnahme von Nitraten und Potenzmitteln kann ein lebensbedrohlicher Blutdruckabfall eintreten. Zur Langzeittherapie werden Betablocker zur Senkung von Blutdruck und Herzfrequenz eingesetzt, Kalziumkanalblocker helfen bei Prinzmetal-Angina und Herzrhythmusstörungen. Außerdem können Cholesterinsenker und Thrombozytenaggregationshemmer (ASS; Clopidogrel) eingesetzt werden. Instabile Angina pectoris wird in Kliniken behandelt. Operativ können Gefäße durch Ballondilatation wieder erweitert werden, dabei wird ein Katheter mit einem Ballon an der Spitze an die Stenose herangeführt, diese durch den Ballon erweitert und ein Stent (Metallgitter) als Stütze eingesetzt. Bei dem Bypass Operation wird eine Vene aus dem Bein oder eine Arterie aus der Brust verwendet um die Stenose zu umgehen. Als Risikofaktoren gelten Rauchen, Hypertonie, Hypercholesterinämie, Diabetes mellitus, Stress, Bewegungsmangel, Gicht, Schnarchen und Alkoholmissbrauch. Die Risikofaktoren müssen beseitigt werden, Blutdruck und Blutzucker müssen eingestellt werden. Auch eine Ernährungsumstellung kann helfen. Betroffene sollten Ausdauersport treiben oder sich einer Herzsportgruppe anschließen. |




