Thema: Erektile Dysfunktion
Allgemeines:
Die erektile Dysfunktion (auch Potenzstörung oder Impotenz) ist eine sehr häufige Sexualstörung des Mannes, bei der es zu einer nicht ausreichenden Erektion des Gliedes kommt. So ist ein ausfüllendes Sexualleben nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich. Es kann dabei im Penis zu einem reduzierten arteriellen Zufluss oder zu einem zu schnellen venösen Abfluss des Blutes kommen, so dass die Schwellkörper nicht ausreichende gefüllt sind.
Ursachen:
Entgegen der früheren Annahme sind die meisten Potenzprobleme organischer Äthiologie. Die häufigsten Ursachen sind dabei arterielle Durchblutungsstörungen (zum Beispiel bei Rauchern und im Rahmen eines Diabetes mellitus oder eines Bluthochdrucks), Medikamente (unter anderem die Gruppe der Betablocker) oder Drogen (hier vor allem der Alkohol). Circa 40 Prozent der Impotenz-Erkrankungen sind psychisch bedingt.
Symptome:
Typische Symptome sind die fehlende oder zu schwache Erektion. Auch kann die Haltedauer so stark reduziert sein, dass befriedigender Geschlechtsverkehr unmöglich wird. Nicht selten kommen durch die Impotenz psychische Probleme dazu, beispielsweise Versagensängste bis hin zu einer manifesten Depression.
Diagnose:
Die Diagnose wird in der Regel durch eine gründliche Anamnese mit Hilfe von einem standardisierten Fragebogen gestellt. Ebenfalls zur Basis gehört eine komplette körperliche Untersuchung. Selten ist eine Rigiditäts- oder Tumeszenzprüfung (also eine Messung der Fähigkeit zu einer Erektion und dessen Härte) notwenig. Laborwerte werden meist nur bei speziellem Verdacht durchgeführt, wenn zum Beispiel eine Stoffwechsel- oder Hormonerkrankung ausgeschlossen werden soll.
Therapie:
In der Therapie haben sich heute die Phosphodiesterase-Hemmer (PDE-Hemmer) wie Viagra, Cialis oder Levitra durchgesetzt. Diese sind einfach anzuwenden und zeigen eine effektive Wirkung. Allerdings liegen einige Kontraindikationen und bekannte Wechselwirkungen (zum Beispiel mit Nitraten, in Kombination sind bedrohliche Blutdruckabfälle und Herzinfarkte beschrieben) vor, so dass die Anwendung mit einem Arzt abgesprochen werden sollte.
Ist die medikamentöse Therapie nicht möglich, so kommen Vakuumpumpen zum Einsatz, welche rein mechanisch das Glied passiv versteifen. In Kombination mit einem Penisring kann die Erektion dann gehalten werden.
Wirkstoffe aus der Gruppe der Prostaglandine können auch in die Harnröhre gegeben oder direkt in den Schwellkörper gespritzt werden (Autoinjektionstherapie). Durch eine Erweiterung der Blutgefäße kommt es dann zu einer erhöhten Blutfülle.
Aber auch die Homöopathie kommt bei der Therapie zur Anwendung. Klassische Beispiele sind Phosphor, Conium maculatum, China officinalis, Barium und Calcium carbonicum.
Ergänzend können eine krankengymnastische Behandlung (hier vor allem das Beckenbodentraining) und eine psychische Begleittherapie sinnvoll sein.
























