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Gicht |
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Allgemeines Was ist Gicht? Unter Gicht versteht man eine Stoffwechselkrankheit mit erhöhten Harnsäurewerten im Blut (Hyperurikämie) und Ablagerung von Harnsäurekristallen in den Gelenken. Dadurch kommt es zu schmerzhaften Gelenkentzündungen (Arthritis urica), z.B. Schmerzen im Knie. In Industriestaaten sind ein bis zwei Prozent der Bevölkerung gichtkrank. Durch Umstellung der Ernährung auf purinarme Kost können die Beschwerden gelindert werden.
Ursachen Die primäre Gicht ist auf Vererbung zurückzuführen; durch genetische Disposition ist die Harnsäureausscheidung verringert. Die sekundäre Gicht entsteht als Folge anderer Grundkrankheiten wie Nierenerkrankungen oder Leukämie. Häufig entsteht Gicht auch durch purinreiche Ernährung (Fleisch, Innereien) und Alkoholmissbrauch. Purine werden im Körper zu Harnsäure abgebaut.
Symptome Gicht kann jahrelang symptomlos verlaufen, während gleichzeitig die Harnsäurewerte im Blut stetig ansteigen. Plötzlich kann dann ein akuter Gichtanfall auftreten, meist nach reichlichem Essen und Alkoholgenuss. Das Grundgelenk der Großzehen ist schmerzhaft entzündet, geschwollen und gerötet. Zur chronischen Gicht kommt es durch Harnsäureablagerungen in Gelenken und gelenknahen Sehnen. Direkt unter der Haut bilden sich harte, schmerzlose Gichtknoten von etwa einem Zentimeter Durchmesser, die eine weiße, aus Harnsäurekristallen bestehende Masse enthalten. Diese Gichtknoten kommen an Händen, Augenlidern, Ohren und Nasenflügeln vor. Bei weiterem Fortschreiten der Gicht können auch innere Organe durch Ablagerung von Harnsäurekristallen geschädigt werden, z.B. Gichtniere.
Diagnose Die Diagnose erfolgt anhand der typischen Symptome des akuten Gichtanfalls und der Gichtknoten. Durch erhöhte Harnsäurewerte im Blut ist die Gichtdiagnose gesichert. Bei chronischer Gicht zeigen Röntgenaufnahmen die Gelenkveränderungen; Arthrose kann durch Röntgen ausgeschlossen werden.
Behandlung Die Therapie zielt darauf ab, den Harnsäurespiegel im Blut auf normale Werte einzustellen. Beim akuten Gichtanfall steht die Schmerzlinderung im Vordergrund, bei chronischer Gicht sollen mit Hilfe einer Dauertherapie weitere Gichtanfälle und Gelenkschäden verhindert werden. Beim akuten Gichtanfall lindert Kühlung und Ruhigstellen des Gelenks die Gelenkschmerzen. Zur medikamentösen Behandlung können entzündungshemmende kortisolfreie Antirheumatika (NSAR) oder kortisonhaltige Glukokortikoide, die schmerzlindernd und entzündungshemmend wirken, eingesetzt werden. Colchicin, das Gift der Herbstzeitlose, wirkt ebenfalls gegen Gelenkschmerz, wird jedoch wegen seiner Nebenwirkungen selten verwendet. Unbedingt erforderlich ist absoluter Alkoholverzicht. Zur Einstellung des Harnsäurespiegels werden als Dauertherapie harnsäureaustreibende Medikamente (Urikosurika) verordnet; außerdem wird die Harnsäurebildung durch Urikostatika gehemmt. Schüssler Salze können ebenfalls gegen Gicht helfen (JSO Bikomplexmittel 9 – Gicht- und Rheumatismusmittel). Das Bikomplexmittel enthält eine Kombination aus vier Schüssler Salzen: Ferrum phosphoricum (hilft bei entzündeten geschwollenen Gelenken), Natrium phosphoricum (unterstützt die Ausscheidungsorgane), Silicea (löst abgelagerteHarnsäure) und, Natrium sulfuricum (fördert die Ausscheidung der Harnsäure). Zur Unterstützung der medikamentösen Therapie sollten Gichtkranke eine purinarme Diät einhalten, und ihr Normalgewicht erreichen bzw. halten. Purinarme Lebensmittel sind Eier, Milchprodukte, Nudeln, Reis, Kartoffeln, Obst wie Äpfel und Bananen. Purinreich und daher zu vermeiden sind Fleisch, Innereien, Salami und bestimmte Fischarten wie Forelle, Hering, Schellfisch und Sardellen, aber auch grüne Erbsen. Selbsthilfeforen bieten genaue Angaben über den Puringehalt einzelner Lebensmittel und auch Rezepte an. Gichtkranke sollte völlig auf Alkohol verzichten und täglich mindestens zwei Liter Flüssigkeit (Wasser, Kräutertee) zu sich nehmen. |




