Thema: Hebamme

 Das Berufsbild der Hebamme beinhaltet ein vielfältig interessantes Aufgabengebiet. Denn Hebammen oder Entbindungshelfer, wie die wenigen männlichen Hebammen heißen, begleiten die werdende Mutter nicht nur während der Entbindung. Die von vielen als Traumberuf bezeichnete Tätigkeit erfordert medizinisches Interesse, Bereitschaft zur selbstständigen Arbeit, Verantwortungsbewusstsein, Einfühlungsvermögen und Geduld. Da dieser Beruf auch gefühlsmäßig bedrückende Erlebnisse mit sich bringt, sollte eine psychische Belastbarkeit vorhanden sein. Weiterhin ist ein gewisses Maß an Disziplin und Motivation nötig, um Bereitschaftsdienst, unregelmäßige Arbeitszeiten, mitsamt Nachtschichten sowie Feiertags- und Wochenenddiensten gerne auszuüben. Hebammen erleben viele emotionale Momente, die diesen verantwortungsvollen Beruf so beliebt machen.

Ausbildung
Die Ausbildung zur staatlich anerkannten Geburtshelferin wird an Hebammenschulen durchgeführt. Zu den Aufnahmevoraussetzungen gehört der Schulabschluss der mittleren Reife oder des Abiturs, die Vollendung des 17. Lebensjahres sowie eine gute körperliche und gesundheitliche Verfassung. Die dreijährige Ausbildung umfasst den theoretischen und praktischen Unterricht. Bei Hebammenschülerinnen, die bereits eine Ausbildung zur Kinderkrankenschwester oder Krankenpflegerin absolviert haben, verkürzt sich die Ausbildungszeit um ein Jahr. Die staatliche Prüfung umfasst einen mündlichen, schriftlichen sowie einen praktischen Teil, in Form einer Examensgeburt.

Aufgaben
Hebammen sind angestellt oder freiberuflich tätig. Ihr Aufgabenfeld umfasst die Zeit vor, während und nach der Geburt. So können Hebammen direkt nach Bekanntwerden der Schwangerschaft tätig werden. Sie üben eine beratende Funktion hinsichtlich gesunder Lebensweise, Ernährungsfragen und möglicher auftretender Risiken aus. Weiterhin überprüfen sie den Gesundheitszustand von Mutter und Kind, messen den Blutdruck der Schwangeren und die Herztöne des Kindes. Sie kontrollieren die Kindslage. Im späteren Stadium der Schwangerschaft helfen Hebammen bei der Geburtsvorbereitung. Schließlich sind sie bei der Geburt der ruhende Pol einer jeden Gebärenden. Nach der Entbindung übernehmen sie die Nachpflege des Säuglings. Neben der Beratung bei Stillproblemen, Überwachung der Gebärmutterrückbildung sowie der Heilung geburtsbedingter Verletzungen der Mutter, geben Hebammen hilfreiche Tipps, um Umstellung und Gewöhnung an die neue Lebenssituation zu erleichtern. Einige Geburtshelferinnen sind als Nachsorgehebammen, oftmals noch bis zu acht Wochen nach der Geburt, im häuslichen Umfeld der jungen Mutter tätig. Daneben bieten einige Hebammen Kurse an, die der Gebärmutterrückbildung sowie Beckenbodenstraffung dienen. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, als Beleghebamme tätig zu werden. Die selbstständig arbeitende Hebamme schließt einen Belegvertrag mit einem oder mehreren Krankenhäusern ab. Sie betreut die Schwangere von Beginn der Schwangerschaft, begleitet sie bei der Geburt und ist für die Nachsorge zu Hause tätig.

Weiterbildungsmöglichkeiten
Hebammen können verschiedene Zusatzqualifikationen erwerben. Dazu gehören beispielsweise: Akkupunktur, Atemtechnik, Gebärpositionen, Babymassage und PEKIP.

Verdienst
Das Gehalt einer Hebamme im Angestelltenverhältnis orientiert sich an den jeweiligen Tarifverträgen. Diese variieren je nach Träger des Krankenhauses und regionalem Standort. Während der Ausbildungszeit erfolgt eine Verdienststaffelung entsprechend des Ausbildungsjahres. Zum Grundgehalt kommen noch Feiertags-, Nacht- und Schichtzuschläge.

Forum für Hebammen
Hier finden Hebammen und Hebammen-Schüler/innen Austauschmöglichkeiten für berufsbezogene Themen. Die foreneigenen Hebammenlisten erleichtern Schwangeren die Hebammenwahl.
 
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