Allgemeines
Was ist HIV? HIV steht für Humanes Immundefizienz-Virus. Unter HIV versteht man eine Infektion mit dem HIV-Virus. Die Ansteckung erfolgt durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten infizierter Personen. HIV ist eine Pandemie; weltweit sind gegenwärtig 33,4 Millionen Menschen infiziert. Das HIV-Virus ist ein Retrovirus, d.h. es besteht aus Ribonukleinsäure (RNA) und einer Proteinhülle. Um menschliche Zellen zu infizieren, braucht das HIV-Virus das Enzym Reverse Transkriptase, das beim Menschen nicht vorkommt. Anti-HIV-Medikamente wirken meist gegen die Reverse Transkriptase, eine Heilung ist derzeit noch nicht möglich. Man kann HIV positiv sein ohne AIDS zu haben.
Ursachen
Die Übertragung des HIV-Virus kann durch Kontakt mit infizierten Körperflüssigkeiten (Sperma, Blut, Vaginalsekret, Speichel, Muttermilch, Liquor) erfolgen. Die häufigsten Übertragungswege sind ungeschützter Anal- und Vaginalverkehr ohne Kondome, Benutzung unsteriler Spritzen beim Konsum illegaler Drogen und Bluttransfusionen. Durch winzige blutende Wunden oder Verletzungen von Haut oder Schleimhaut kann das HIV-Virus in den Körper gelangen. Homosexuelle und Drogenabhängige sind Risikogruppen, dennoch trifft nicht zu, das HIV oder AIDS überwiegend eine Erkrankung dieser Risikogruppen sei. Übertragung von HIV kann auch während einer Schwangerschaft, Geburt oder durch Stillen von der Mutter auf das Kind erfolgen. Nach der Infektion erfolgt die Vermehrung des HIV-Virus in Wirtszellen mit CD4-Rezeptoren an der Zelloberfläche. Dies sind T-Lymphozyten, Monozyten und Makrophagen, also Zellen des Immunsystems. Nach dem Eindringen in die Wirtzelle stellt das Virus durch reverse Transkription seine Virus-DNA her, die in das Zellgenom eingebaut wird und in diesem Zustand weder von dem Immunsystem noch von antiviralen Medikamenten angegriffen werden kann.
Symptome
Die Anzeichen für eine HIV-Infektion sind sehr unspezifisch; es können grippeähnliche Symptome, Fieber, Nachtschweiß, Gelenkschmerzen oder Hautekzeme auftreten. Im weiteren Verlauf kann eine bis zu 10-jährige symptomfreie Latenzzeit folgen, während T-Helfer-Zellen durch das HIV-Virus zerstört werden und das Immunsystem geschwächt wird. Nach dieser langen Inkubationszeit können Symptome der Immunschwächekrankheit, d.h. opportunistische Infektionen, auftreten. Unter einer opportunistischen Infektion versteht man eine Erkrankung, die durch Krankheitserreger ausgelöst wird, die für einen gesunden Menschen ungefährlich sind.
Diagnose
Der HIV-Test weist Antikörper gegen das HIV-Virus im Blut nach. Dazu werden zwei verschiedene Tests angeboten, die zur Sicherung der Diagnose beide nebeneinander durchgeführt werden sollten: Der ELISA-Test und der Western Blot Test, die beide zwei bis drei Monate nach einer eventuellen HIV-Infektion zuverlässige Testergebnisse liefern. Der PCR-Test ist ein Schnelltest, der schon 15 Tage nach einer möglichen Ansteckung virale Nukleinsäuren durch Polymerase-Kettenreaktion anzeigt. Dieser Schnelltest wird auch zum Testen von Spenderblut beim Blutspenden verwendet.
Behandlung
Eine HIV-Infektion wird mit antiretroviralen Medikamenten (NRTI, NNRTI) behandelt. Die meisten davon greifen die reverse Transkriptase an, um zu verhindern, dass das HIV-Virus sich vermehren und weitere Immunzellen zerstören kann. Die Wirksamkeit der medikamentösen Therapie wird dadurch beeinträchtigt, dass das Virus sehr schnell Resistenzen gegen die Medikamente bilden kann. Außerdem treten bei Anwendung antiviraler Medikamente häufig schwere Nebenwirkungen auf. HIV ist gegenwärtig unheilbar, eine Impfung gibt es (noch) nicht. Daher ist Vorbeugung durch Verwendung von Kondomen und sterilen Spritzen unverzichtbar. Infizierte Schwangere können das Ansteckungsrisiko für ihr Kind durch antivirale Medikamente, Kaiserschnitt und Fläschchenernährung verringern.