Thema: Hörsturz

 

Allgemeines

Unter Hörsturz versteht man eine plötzlich auftretende Hörminderung oder Taubheit, meist nur auf einem Ohr, selten auf beiden. Begleitet wird der Hörverlust meist von einem dumpfen Druck im Ohr, Tinnitus und Schwindel. Es handelt sich dabei um eine Störung im Bereich des Innenohrs (Schallempfindungs-Schwerhörigkeit). Hörsturzsymptome verschwinden infolge einer hohen Spontanheilungsrate in ungefähr 50% der Fälle innerhalb von 24 Stunden von selbst.

 

Ursachen

Die genauen Ursachen sind noch unbekannt; man nimmt Durchblutungsstörungen des Innenohrs als Ursache an. Im Innenohr befinden sich die für das Hören zuständigen Sinneszellen, die Haarzellen. Diese setzen äußere Geräusche (Schallwellen) in elektrische Impulse um, die sie an das Gehirn weiterleiten, wo die Impulse weiter verarbeitet werden. Die Haarzellen werden über kleine Blutgefäße mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Bei Minderdurchblutung der Gefäße, z.B. durch einen Gefäßverschluss (Innenohrinfarkt), werden die Haarzellen geschädigt; die Folge sind Hörverlust bzw. Hörsturz. Auch Virusinfektionen, Autoimmunerkrankungen, Ohrverletzungen und Stress können zu einem Hörsturz führen.

 

Symptome

Zu den Anzeichen für einen Hörsturz gehören ein unterschiedlich schwerer schmerzloser Hörverlust (leichte Schwerhörigkeit bis Taubheit) auf einem Ohr, dumpfes Druckgefühl, Schwindel, Ohrgeräusche, Ohrensausen und Fehlhörigkeit, also verzerrte Wahrnehmung der Töne.

 

Diagnose

In der Anamnese erkennt der Arzt, ob Anzeichen für einen Hörsturz vorliegen. Wenn der einseitige Hörverlust von Ohrenschmerzen begleitet ist, liegt meist kein Hörsturz, sondern eine andere Erkrankung vor. Der HNO-Arzt untersucht das Ohr und das Hörvermögen. Dazu kann er eine Ohrenspiegelung, eine Tympanometrie (Trommelfelluntersuchung), eine Hörprüfung, Audiometrie (AEP), Stimmgabelprüfung, Computertomografie (CT ) und Magnetresonanztomografie (MRT) des Schädels einsetzen sowie eine Hirnstammaudiometrie. Außerdem prüft er die Funktion des ebenfalls im Innenohr befindlichen Gleichgewichtsorgans (Vestibularisprüfung). In Bluttests werden die Blutfettwerte und Gerinnungsfaktoren bestimmt. Außerdem werden Routineuntersuchungen wie Blutdruckmessung und EKG durchgeführt. Durch die Untersuchungen sollen auch Tumorerkrankungen (Akustikusneurinom), Morbus Meniere und Mittelohr-Schwerhörigkeit ausgeschlossen werden.

 

Behandlung

Das Ziel der Behandlung ist die verbesserte Durchblutung des Innenohrs. Bei frühzeitiger Therapie kann das Hörvermögen meist wieder völlig hergestellt werden. Durch Infusionstherapie mit Plasmaexpandern wird das Blutvolumen vergrößert und das Blut verdünnt; die Fließeigenschaften des Blutes werden dadurch verbessert. Kortison wird gegen die Entzündung und Schwellung im Innenohr eingesetzt. Bei der Sauerstoffüberdrucktherapie atmet der Patient reinen Sauerstoff ein. Dadurch wird die Sauerstoffversorgung der Haarzellen des Innenohrs verbessert. Eine andere Therapiemethode, die H.E.L.P. Apherese, besteht in einer Blutreinigung außerhalb des Körpers, bei der Stoffe, die die Fließeigenschaften des Blutes verschlechtern, entfernt werden. Dazu gehören LDL-Cholesterin oder Fibrinogen, ein Blutgerinnungsfaktor. Diese Blutreinigung muss nur einmalig durchgeführt werden. Gingko-Extrakt kann eingesetzt werden, um die Sauerstoffversorgung des Innenohrs und des Gehirns zu verbessern. Hörsturz kann auch homöopathisch behandelt werden. Bekannte Mittel sind Nux vomica, Sepia, Cocculus und China (alle in D3 bis D12). Als Risikofaktoren für einen Hörsturz gelten Übergewicht, Hypercholesterinämie, Diabetes mellitus, Rauchen und Stress. Durch Eliminierung dieser Risikofaktoren beugt man automatisch gegen Herz-/Kreislauferkrankungen wie Arteriosklerose, Hypertonie, Herzinfarkt und Schlaganfall vor.

 
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