Allgemeines
Was ist Nagelpilz? Unter Nagelpilz, Nagelmykose oder Onychomykose versteht man die Infektion von Zehen- oder Fingernägeln durch Dermatophyten (Hautpilze), selten durch Hefen oder Schimmelpilze. Da feucht-warmes Klima die Infektion begünstigt, sind Zehennägel häufiger befallen als Fingernägel. Ungefähr fünf bis zehn Prozent der Europäer leiden irgendwann in ihrem Leben an Nagelpilz.
Ursachen
Durch Kontakt mit infizierten Personen oder infizierten Gegenständen erfolgt die Ansteckung mit den Erregern der Onychomykose. Meist handelt es sich um Pilze der Gattungen Microsporum oder Trichophyton. Bei geschwächter Abwehrlage kann die Erkrankung sich manifestieren. Erhöhtes Erkrankungsrisiko besteht für Personen mit Diabetes mellitus, mit Durchblutungsstörungen und mit Immunschwäche und für betagte Personen. Nagelpilz kann auch durch Ausbreitung von Fußpilz auf die Nägel entstehen.
Symptome
Zu Beginn der Pilzinfektion wirkt der Nagel glanzlos, später treten weiß-gelbliche Verfärbungen am Nagelrand auf. Weiter Symptome sind weiße, gelbe oder bräunliche Flecke im Nagel; die Nagelplatte wird dicker, brüchig oder bröckelig. Schließlich kann der Nagel sich vom Nagelbett abheben. Meist ist nur ein Fuß von der Erkrankung betroffen.
Diagnose
Die Diagnose erfolgt anhand der charakteristischen Symptomatik. Bei Verdacht auf Nagelpilz kann man im Internet Bilder der einzelnen Erkrankungsstadien mit den eigenen Symptomen vergleichen. Der Arzt untersucht abgeschabte Nagelspäne mikroskopisch; die Pilzhyphen sind direkt erkennbar. Die Bestimmung der Pilzart erfolgt durch Anzucht einer Kultur auf speziellen Nährböden.
Therapie
Der befallene Nagel wird mit einem Keratolytikum, z.B. Harnstoffsalbe, aufgelöst. Dieser Vorgang dauert ein bis drei Wochen. Alternativ ist eine Ablösung des Nagels durch Lasertherapie mit einem Erbium-Laser möglich. Das Nagelbett und der nachwachsende Nagel werden lokal mit einer antimykotischen Salbe behandelt. Als Medikamente stehen verschiedene Wirkstoffe wie Bifonazol, Ciclopirox oder Amorolfin zur Verfügung. Der Erregernachweis durch Anzucht einer Kultur ist für die Auswahl des geeigneten Wirkstoffs erforderlich. Loceryl Nagellack enthält den Wirkstoff Amorolfin. Die lokale antimykotische Behandlung erfolgt einmal wöchentlich durch Auftragen des Lacks auf den erkrankten Nagel, nachdem zuvor die erkrankte Nagelstelle entfernt wurde. Auf Wunsch kann ein farbiger Nagellack über dem Loceryl Lack aufgetragen werden. Bei mehr als drei infizierten Nägeln erfolgt die Behandlung durch orale Antimykotika, z.B. Tabletten mit Griseofulvin oder Terbinafin über einen Zeitraum von mehreren Monaten. Viele Hautpilze entwickeln eine Unempfindlichkeit gegenüber Antimykotika; daher ist die Rückfallquote hoch. Hygienemaßnahmen sind ein wichtiger Bestandteil der Therapie; Socken, Handtücher und Waschlappen müssen desinfiziert werden; jede Person sollte nur ihr eigenes Handtuch und eigene Nagelpflege-Instrumente verwenden. Als bewährtes Hausmittel gegen Nagelpilz gilt Teebaumöl, das für seine antibiotische und antimykotische Wirkung bekannt ist. Auch eine Mischung gleicher Teile Teebaumöl und Lavendelöl kann zum Betupfen der befallenen Nägel verwendet werden. Lavendelöl wirkt entzündungshemmend. Weitere Hausmittel gegen Nagelpilz sind Fußbäder mit Apfelessig oder Bittersalz, Betupfen mit Wasserstoffperoxidlösung, Einreiben mit Oregano-Öl oder Olivenöl, oder Auftragen von Backpulver, das mit sehr wenig Wasser zu einer dicken Paste verrührt wird. Nach einem Fußbad sollten die Füße gründlich getrocknet werden. Mit Hausmitteln gegen Nagelpilz kann man ebenso gut auch Fusspilz behandeln. Durch Tragen von Socken aus Naturfasern und offenen, bequemen Schuhen kann man die Entwicklung eines feucht-warmen Fußklimas vermeiden.