Thema: Nierensteine
Allgemeines
Nierensteine entstehen durch Auskristallisieren von im Harn gelösten Stoffen. Die Steine können zwischen reiskorngroß (1-3mm) und das ganze Nierenbecken ausfüllend (Nierenausgußsteine) sein. Man unterscheidet Nierensteine nach ihrer chemischen Zusammensetzung in Kalziumoxalat-Steine (75%); Magnesiumammoniumphosphat-Steine (20%)und Harnsäure-Steine (5%). Nierensteine werden oft zufällig bei Routineuntersuchungen entdeckt, da sie keine Symptome verursachen, solange sie nicht wandern oder den Harnabfluß behindern. Bei ungünstiger Lage können Nierensteine die extrem starken Schmerzen einer Nierenkolik hervorrufen. Etwa 5% der deutschen Bevölkerung leidet an Nierensteinen (Nephrolithiasis), Männer häufiger als Frauen.
Ursachen
Nierensteine können durch erhöhte Konzentration steinbildender Substanzen im Urin entstehen; dabei spielen Ernährung, Flüssigkeitsmangel (Dehydratation), und Bewegungsmangel eine Rolle. Auch Stoffwechselerkrankungen und Vererbung können an der Steinbildung beteiligt sein. Steinleidende haben häufig einen Mangel an Stoffen im Urin, die die Steinbildung verhindern können. Zu diesen Steininhibitoren gehören Citrat, Magnesium und Glykoproteine. In vielen Fällen ist die Ursache der Steinbildung jedoch unbekannt.
Symptome
Symptome der akuten Nierenkolik sind sehr starke, krampfartige Nierenschmerzen, die je nach Lage des Nierensteins ins Kreuz oder sogar bis in den Oberschenkel ausstrahlen können. Die scharfkantigen Nierensteine verletzen das Gewebe der Harnwege; dabei kommt es zu Blutungen bzw. Blut im Urin. Die Schmerzen der Nierenkolik treten anfallsweise auf und können Minuten bis Stunden anhalten. Weitere Symptome sind Übelkeit, Erbrechen, Bauchdeckenspannung, Ileus oder Schüttelfrost. In etwa 80% der Fälle geht der Stein von selbst ab. Beim chronischen Steinleiden tritt ein dumpfer Nierenschmerz auf; durch bakterielle Infektionen können Nierenentzündung, Schrumpfniere oder Niereninsuffizienz entstehen.
Diagnose
Nierensteine werden meist zufällig bei Röntgen- oder Ultraschalluntersuchungen des Bauchraums entdeckt. Bei einer Ultraschalluntersuchung der Niere kann man die Anzahl, Größe und Lage der Nierensteine erkennen und feststellen, ob ein Harnstau vorliegt. Urinuntersuchungen weisen Blut im Urin nach. Zur Diagnose der Nephrolithiasis wird in Bluttests die Konzentration an Harnsäure und Kreatinin überprüft. Durch eine Ausscheidungsurographie(Röntgen mit Kontrastmittel) kann man die Art der Nierensteine bestimmen und einen eventuellen Harnverschluss erkennen. Nierenkrebs kann man durch eine Nierenbiopsie ausschließen.
Behandlung
Durch Sport, reichlich Flüssigkeitszufuhr und krampflösende Medikamente kann man einen Spontanabgang der Steine unterstützen. Hausmittel gegen Nierenschmerzen sind ein heißes Bad oder heiße Kompressen auf die Nierengegend und Tees mit Birke, Schachtelhalm, Hauhechel und Goldrute. Gegen die starken Kolikschmerzen werden krampflösende Schmerzmittel eingesetzt, die meist i.v. injiziert werden. Je nach Lage, Größe und Zusammensetzung der Nierensteine stehen unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung: manche Steine können medikamentös aufgelöst werden (Chemolitholyse); eine heute wenig gebräuchliche Therapie ist die Schlingenextraktion, bei der der Stein mit einer eingeführten Schlinge unter endoskopischer Kontrolle erfasst und herausgezogen wird. Durch extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (ESWL) wird der Stein durch Stoßwellen von außen zertrümmert; die Bruchstücke gehen spontan ab. Mit ESWL können auch Gallensteine zerstört werden. Außerdem können die Steine operativ entfernt werden. Gegen Bildung neuer Steine (Steinprophylaxe) kann man vorbeugen durch mindestens zwei LIter Flüssigkeitszufuhr täglich, Ausdauersport, Abbau von Übergewicht und Ernährungsumstellung. Generell sollte man salzarme Kost bevorzugen und Nahrungsmittel meiden, die Bestandteile für die Steinbildung liefern können. Bei Oxalatsteinen sollte man auf Kakau, Rhabarber, Schwarztee und Spinat verzichten und bei Harnsäuresteinen den Verzehr purinhaltiger Nahrungsmittel (Fleisch, Ölsardinen, Innereien) einschränken.
























