Thema: Rauchen
Allgemeines
Tabakrauch enthält neben Nikotin, einer stark süchtig machenden Substanz, zahlreiche weitere gesundheitsschädliche und teils krebserregende Inhaltsstoffe wie Teer, Blei, Arsen, Nitrosamine, Stickoxide und Radon. In Deutschland sind etwa 44% der Erwachsenen Raucher. Wann wird Rauchen zur Sucht? Anzeichen für Sucht sind starkes Verlangen nach einer Zigarette, Kontrollverlust über das Rauchen, Entzugserscheinungen, die durch Rauchen gelindert werden und Rauchen trotz bekannter schädlicher Folgen. Viele Raucher versuchen immer wieder, mit dem Rauchen aufzuhören, doch die Rückfallquote ist sehr hoch. Tabak ist neben Alkohol das am weitesten verbreitete Suchtmittel. Jedes Jahr sterben in Deutschland etwa 42.000 Menschen an gesundheitlichen Folgeschäden des Rauchens sowie etwa 3.000 Menschen an Folgen des Passivrauchens.
Ursachen
Nikotin wirkt im Gehirn und Nervensystem auf verschiedene Rezeptoren und wirkt daher gleichzeitig entspannend und stimulierend. Nikotin ist stark suchterregend und toxisch. Durch Rauchen werden vermehrt Neurotransmitter wie Noradrenalin, Dopamin und Endorphine gebildet. Rauchen vermittelt auf diese Weise ein Wohlgefühl. Zudem hat Rauchen noch immer - besonders bei Jugendlichen - ein "cooles Image", was auch durch die Zigarettenwerbung verstärkt wird.
Symptome
Ein Anzeichen für Abhängigkeit vom Rauchen ist Kontrollverlust über das Rauchverhalten, z.B. vergebliche Versuche mit dem Rauchen aufzuhören bzw. weniger zu Rauchen. Weitere Anzeichen sind Entzugserscheinungen, wie starkes Verlangen (craving), Unruhe, Angst, Zittern, Nervosität, Schweißausbrüche, Schlafstörungen und Gewichtsveränderungen, die durch Rauchen bekämpft werden, Vernachlässigung anderer Interessen zugunsten des Rauchens und Rauchen trotz bekannter schädlicher Folgen, gesundheitlicher oder sozialer Art.
Diagnose
In der Anamnese fragt der Arzt nach dem Tabakkonsum und macht sich ein Bild von der Lebenssituation des Patienten. Bei der körperlichen Untersuchung fallen bei starken Rauchern der Geruch nach kaltem Rauch auf, sowie eventuell gesundheitliche Folgeschäden des Rauchens wie Atemwegserkrankungen bis hin zur Teerlunge oder Arteriosklerose, im Extremfall ein Raucherbein. Bei Rauchern treten überdurchschnittlich häufig Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lungenleiden, Krebs und Impotenz auf.
Behandlung
Die Schlusspunktmethode, d.h. ab sofort nicht mehr rauchen, ist nur selten erfolgreich. Raucher, die mit dem Rauchen Schluss machen wollen, können Nikotinersatzprodukte als Unterstützung verwenden, also Nikotinpflaster, Nikotinkaugummi und Nikotin-Nasenspray. Die Nikotinersatzprodukte verhindern das Auftreten von Nikotin Entzugserscheinungen. Ausserdem gibt es die Anti-Raucher-Pille, d.h. Medikamente, die entweder Bupropion oder Vareniclin enthalten. Die Anti-Raucher-Pille verringert das Verlangen zu Rauchen und verringert auch die Entzugsersc heinungen. Allerdings kann die Anti-Raucher-Pille selbst Nebenwirkungen hervorrufen wie Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit und Schlaflosigkeit. Bupropion wurde ursprünglich gegen Depressionen eingesetzt. Weitere Therapiemethoden sind psychotherapeutische Methoden wie die Verhaltenstherapie, bei der die Motivation gesteigert wird, mit dem Rauchen aufzuhören und Situationen analysiert werden, in denen man zur Zigarette greift. Bei der Aversionstherapie soll man soviel rauchen, bis einem davon übel wird, damit das Rauchen mit negativen Gefühlen verknüpft wird. Gegen Rauchen wird auch häufig Hypnose mit unterschiedlichem Erfolg eingesetzt; dabei soll Nichtrauchen mit positiven Gefühlen verknüpft werden. Viele Raucher versuchen auch mit Akupunktur zum Nichtraucher zu werden. Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe kann ebenfalls sehr hilfreich sein.
























