Thema: Schizophrenie

 

Allgemeines
Was ist Schizophrenie? Unter dem Begriff Schizophrenie wird eine Gruppe psychischer Erkrankungen zusammengefasst, bei denen Störungen des Denkens, der Wahrnehmung und des Affekts auftreten. Die Schizophrenie gehört zu den endogenen Psychosen. Das Krankheitsbild einer Psychose ist gekennzeichnet durch einen Realitätsverlust mit Halluzinationen und Wahnvorstellungen. Man unterscheidet organische Psychosen, bei denen eine organische Ursache der Erkrankung bekannt ist, von den endogenen Psychosen ohne erkennbare organische Ursache.


Ursachen
Die Ursachen einer Schizophrenie sind unbekannt. Vermutet wird ein Zusammenwirken ungünstiger körperlicher, psychischer und sozialer Faktoren. Unter Vulnerabilität versteht man eine individuelle Disposition, auf Belastungen unterschiedlich stark zu reagieren. Psychische Störungen werden durch das Drei-Faktoren-Modell erklärt: Vulnerabilität, Stress und bestehende Störungsbedingungen können psychische Erkrankungen auslösen.

Symptome
Bei einer Schizophrenie treten Positivsymptome, d.h. psychotische Symptome wie Halluzinationen und Wahnvorstellungen, und Negativsymptome, z.B. Depression mit Antriebslosigkeit, auf. Häufig verläuft die Erkrankung schubartig. Je nach der im Vordergrund stehenden Symptomatik unterscheidet man vier Hauptformen schizophrener Erkrankungen. Bei der katatonen Verlaufsform fallen bizarre stereotype Bewegungsmuster auf, bei der hebephrenen Form sind Affektstörungen, z.B. Enthemmung oder Albernheit, auffallend. Charakteristisch für die paranoide Schizophrenie sind Halluzinationen und Wahnvorstellungen wie „Stimmen hören“. Handlungen, auch Straftaten, können vermeintlich auf Befehl einer fremden Macht ausgeführt werden. Die Schizophrenia simplex ist gekennzeichnet durch einen schleichenden Verlauf mit wirren Gedankengängen und Antriebslosigkeit. Der Intellekt ist bei schizophrenen Erkrankungen nicht beeinträchtigt.

Diagnose
Zur Diagnose einer Schizophrenie gibt es keinen Test. Die Diagnose kann nur durch eine Verlaufsbeobachtung über mindestens mehrere Monate gestellt werden. Das wichtigste Diagnosemittel ist die vom Psychiater erhobene Anamnese im Rahmen des Arzt-Patienten-Gesprächs. Nahe Bezugspersonen von Schizophrenie-Kranken können Angaben zu einer Veränderung der Persönlichkeit bzw. zu einer Diskrepanz zwischen Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung des Erkrankten machen.


Therapie
Die medikamentöse Behandlung erfolgt als Langzeittherapie mit Neuroleptika. Haldol ist ein klassisches Neuroleptikum; wegen extrapyramidaler Nebenwirkungen des Haldols werden häufig atypische moderne Neuroleptika eingesetzt. Auch Lithium und Antidepressiva können bei depressiver Symptomatik verordnet werden. Bei fehlender Krankheitseinsicht und nicht vorhandener Bereitschaft zur Medikamenteneinnahme erfolgt meist eine Zwangseinweisung, auch als Schutz vor Fremdgefährdung oder Selbstgefährdung. Schizophrenie-Kranke können einer Vertrauensperson eine Vollmacht erteilen, für den Fall dass sie selbst nicht mehr in der Lage sein sollten, ihre Angelegenheiten zu regeln. Nach dem akuten Schub ist eine begleitende Psychotherapie und Ergotherapie empfehlenswert. Bei einem Drittel der Erkrankten kommt es durch eine erfolgreiche Therapie zur Ausheilung der Erkrankung, ein weiteres Drittel kann mit zurückbleibenden Beeinträchtigungen dennoch den Alltag und das Arbeitsleben bewältigen. Ein Drittel der Betroffenen benötigt langfristige oder lebenslange ambulante oder stationäre Betreuung. Die Betroffenen können ihre Stabilität durch eine regelmäßige Lebensführung mit ausreichend Schlaf, körperlicher Bewegung, vitaminreicher Ernährung und Entspannungstechniken wie progressiver Muskelentspannung verbessern. Selbsthilfegruppen für Betroffene oder auch Internetforen können beim Umgang mit der Erkrankung unterstützend wirken. Auch Angehörigengruppen unter professioneller Leitung, in denen die Angehörigen von Schizophrenie-Kranken Probleme besprechen können, die mit der Erkrankung in Zusammenhang stehen, sind zu empfehlen.

 
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