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Syphilis |
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Allgemeines Syphilis (auch als Lues bezeichnet) ist eine Geschlechtskrankheit, die unter das deutsche Infektionsschutzgesetz fällt. Ärzte, Labors und Krankenhäuser sind verpflichtet, jeden Nachweis eines Syphiliserregers bei einem Patienten ohne Angabe des Patientennamens an das zuständige Gesundheitsamt zu melden. Lues kann unbehandelt bei chronischem Verlauf zu massiven Spätschäden führen.
Ursachen Syphilis wird durch bakterielle Infektion mit Treponema pallidum hervorgerufen, einem Bakterium aus der Gruppe der Spirochäten. Die Ansteckung erfolgt beim Geschlechtsverkehr über winzige Verletzungen der Schleimhaut oder Haut. Die Übertragung der Krankheitserreger kann auch während der Schwangerschaft oder Geburt von der infizierten Mutter auf das Kind erfolgen. Nach der Infektion gelangen die Bakterien auf dem Blutweg in alle Bereiche des Körpers.
Symptome Bei Lues unterscheidet man vier Krankheitsstadien, die sich in ihren Symptomen sehr unterscheiden. Nach der Inkubationszeit von 14 - 24 Tagen tritt an der Infektionsstelle (Penis, Vagina, Schamlippen, Mund, Anus) ein schmerzloser harter Knoten auf, der harte Schanker. Nach ungefähr einem Monat heilt das Geschwür von selbst ab. In diesem Stadium der primären Syphilis sind außerdem die der Eintrittspforte benachbarten Lymphkonten geschwollen. Im Stadium der sekundären Syphilis treten Allgemeinsymptome wie Fieber, Gewichtsverlust, Schwindel, Sehverschlechterung, Kopf- und Gelenkschmerzen auf, außerdem Haut-und Schleimhautveränderungen (Condylomata lata) und mottenfraßförmiger Haarausfall. Im Stadium der tertiären Syphilis kommt es zum Befall innerer Organe, Knochen und des Nervensystems. Dabei treten auch Gummen, also eiterhaltige Geschwulste, auf der Haut, den Knochen sowie in Leber und Magen auf. Stadium IV, die Neurosyphilis, kann mit Hirnhautentzündung und Zerstörung von Hirngewebe verlaufen und zu Demenz, Halluzinationen oder Lähmungen führen. Manchmal kann zwischen den einzelnen jahrelang ein beschwerdefreier Zeitraum eintreten, manchmal sogar eine Spontanheilung. Symptome der angeborenen Syphilis sind Untergewicht des Neugeborenen bei vergrößerter Leber und Milz, syphilitischer Schnupfen und Parrot-Furchen (weiße Narben um den Mund), dazu die Symptome der sekundären Syphilis. Typisch ist außerdem die Hutchinson-Trias aus Hornhautschäden (Auge), Innenohrschwerhörigkeit und tonnenförmigen Schneidezähnen.
Diagnose Die Diagnose erfolgt durch mikroskopischen Nachweis der Krankheitserreger aus dem Sekret nässender Hautveränderungen. In Bluttests kann man ab etwa vier Wochen nach der Ansteckung Antikörper nachweisen. Der Antikörpertest wird auch benutzt, um während einer Syphilisbehandlung den Behandlungserfolg zu kontrollieren. Im Stadium der Neurosyphilis kann die Diagnose auch durch Liquorpunktion erfolgen.
Behandlung Die Behandlung erfolgt mit Penicillin. Es sind bisher keine gegen Penicillin resistenten Treponema-Bakterien bekannt. Bei Allergie gegen Penicillin können andere Antibiotika wie Erythromycin oder Tetrazykline eingesetzt werden. Die abgestorbenen Bakterien können durch Freisetzen von Toxinen die sogenannte Herxheimer-Reaktion auslösen, die mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen verläuft. Durch Bettruhe und fiebersenkende Medikamente tritt rasch Besserung ein. Bei frühzeitiger Behandlung der Lues ist die Prognose günstig. Wenn die Erkrankung jedoch erst das Stadium der Neurosyphilis erreicht hat, können nach Therapie Spätschäden wie Lähmungen zurückbleiben. Eine wirksame Prävention ist sehr wichtig, da eine Impfung gegen Lues nicht existiert. Sexuelle Kontakte, auch Oralverkehr, sollten nur mit Schutz durch Kondome eingegangen werden. |




